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30.10.18 10:44 Alter: 19 Tage

Von Fördermaßnahmen und stillen Beteiligungen

Kategorie: Presse, Presse

egeb-Forum in Itzehoe über Zuschüsse für Selbstständige und Unternehmen

Nach den interessanten Referaten beantworteten Susann Dreßler (links) und Eike Schurbohm sowie Christian Holst Fragen aus dem Publikum. (Foto: Kienitz/egeb)

Itzehoe, 29.10.2018 – „Der schönste Zuschuss nützt nichts, wenn die Gesamtfinanzierung nicht steht.“ Mit diesem Satz brachte Susann Dreßler von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) die grundsätzliche Herausforderung bei Fördermaßnahmen auf den Punkt. In der Regel werden nämlich Investitionen von Unternehmen nur unter bestimmten Voraus- setzungen gefördert – und auch dann nie zu hundert Prozent. Wer sich also einen Pfad durch den deutschen Förder- dschungel schlagen möchte, ist auf Beratung angewiesen. Das wurde beim jüngsten Wirtschaftsforum der egeb: Wirtschafts- förderung in Itzehoe deutlich.

Gerade bei Jungunternehmern und Existenzgründern sind es Lücken im Eigenkapital, die ein Wachstum verhindern. In diesen Fällen können Programme der MBG Mittelständische Beteiligungs GmbH Schleswig-Holstein greifen. „Außer in Sanierungsfällen stellen wir Gelder in Form einer stillen Beteiligung zur Verfügung, und zwar bis zu 25 Prozent des Stammkapitals. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre; eine Tilgung ist ab dem fünften Jahr möglich“, berichtet MBG-Beraterin Eike Schurbohm. Bei Existenzgründungen ist auch eine offene Beteiligung möglich. Dann fungiert die MBG wie ein Unternehmer mit allen entsprechenden Rechten und Pflichten. Die Vorteile solcher Beteiligungen liegen vor allem darin, die Eigenkapitalquote und damit das Ranking bei den Banken zu erhöhen.

Aus der Vielfalt der Förderprogramm hatte sich zuvor Susann Dreßler unter anderem die Einzelbetriebliche Investitionsförderung des Landes Schleswig-Holstein herausgesucht und eingehend erläutert. Dabei werden Investitionen ab 250 000 Euro gefördert, um sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen oder zu sichern. Gefördert werden zum Beispiel Bauten oder auch Anlagen, die der Digitalisierung des Betriebs dienen. Weitere Förderbeispiele waren diverse Programme, die im Zusammenhang mit Energieeffizienz, Innovationen oder der Personalentwicklung stehen.

Zum Thema Weiterbildungsbonus erläuterte Fachkräfteberater Jürgen Hansen von der egeb, ergänzend zum Vortrag, dass bei entsprechenden Vorhaben 50 Prozent einer mindestens zweitägigen Weiterbildung bezu- schusst würden. Das könne zum Beispiel den Erwerb eines Führerscheins einschließen. Auch Freiberufler und Inhaber eines Kleinstbetriebes selbst können von diesen Zuschüssen profitieren.

Zuvor hatte egeb-Wirtschaftsförderer Christian Holst in seiner Begrüßung auf eine Statistik hingewiesen. Demzufolge rangiert Schleswig-Holstein bei den Investitionen zur Erweiterung der betrieblichen Kapazitäten unter allen Flächen-Bundesländern an letzter Stelle. „Es wäre schön, wenn wir in diesem Bereich bald die ‚rote Laterne‘ abgeben könnten“, erklärte Holst.


Die egeb: Wirtschaftsförderung
Die egeb: Wirtschaftsförderung wird zu gleichen Anteilen von den Kreisen Dithmarschen und Steinburg sowie der Stadt Brunsbüttel getragen. Zu den Aufgaben der egeb gehören alle innovativen Tätigkeiten, die sich mit der Förderung der regionalen Wirtschaft im weitesten Sinne befassen, angefangen bei der Planung und Förderung von Neuansiedlungen bis zur Geschäftsführung von Unternehmen der öffentlichen Hand.